Die Einsamkeit der Männer

Die Einsamkeit der Männer

Wie wir Sprachlosigkeit überwinden können

Männer leiden unter Einsamkeit

Das Männer mehr von Einsamkeit betroffen sind als Frauen, ist bekannt. Das jüngere Männer mehr davon betroffen sind als Männer mittleren Alters, war mir neu. Männer haben seltener Depressionen als Frauen, dafür ist bei ihnen die Suizidrate deutlich höher. Das Gefühl der Einsamkeit der Männer verstärkt sich z. B., wenn Männer aus dem Beruf ausscheiden oder sich aus ihrer alten Männerclique verabschieden, weil diese ihren Wertvorstellungen nicht mehr entspricht. Woran liegt das, habe ich mich gefragt.

Einsamkeit der Männer ist ein Tabuthema

Die Einsamkeit der Männer ist ein Tabuthema. Männer sprechen nicht über ihre Einsamkeit und erst recht nicht über ihre Depression. Sie werden häufig stigmatisiert, wenn sie zugeben, dass sie sich einsam fühlen. Einsamkeit in der Gesellschaft mit anderen Männern zu verbergen, kostet jedoch viel Energie. Wer diese nicht mehr hat, isoliert sich. Die Einsamkeit verstärkt sich und ein Teufelskreis entsteht. Süchte, Depressionen und abnormes Verhalten, das sich oft seinen Weg in der Anonymität des Internets sucht, sind die Folgen.

Sprachlosigkeit führt zur Einsamkeit der Männer

Ich glaube, dass die Sprachlosigkeit der Männer der Grund für deren Einsamkeit ist. Männer sehnen sich nach dem besten Freund, mit dem sie alles besprechen können. Die wenigsten können von sich behaupten, einen solchen Freund zu haben. So bleibt am Schluss oft nur die Partnerin übrig, mit der Männer ihre Probleme besprechen oder eben auch nicht. Ob die Partnerin aber bei wirklichen Männerproblemen eine geeignete Ratgeberin ist, möchte ich bezweifeln.

Frauen sind da weit besser. Sie pflegen ihre persönlichen Netzwerke und festigen ihre persönlichen Beziehungen zu anderen Frauen. Die „beste Freundin“ ist oft eine Verbindung, die viele Jahre anhält und krisenfest ist.

Neue Verhaltensweisen führen aus der Einsamkeit

Was können Männer anders machen? Die kritische Betrachtung des eigenen Rollenverständnisses ist meiner Meinung nach der erste Schritt, den Männer gehen sollten. Dies sollte nicht erst passieren, wenn die Krise da ist. Dann fehlt häufig die für eine Veränderung notwendige Energie. Dabei gilt es, die Regeln und Muster, die man sich selbst auferlegt hat oder die einem von anderen auferlegt wurden, zu hinterfragen und abzulegen. Trauer zu zeigen, Hilflosigkeit zu artikulieren, um Unterstützung zu bitten, persönliches Leid nach außen zu tragen sind Verhaltensweisen, die den meisten Männern fremd sind. Dazu wird ein geschützter Raum gebraucht, der es erlaubt sich zu öffnen, ohne bewertet zu werden. Es braucht Vertrauen und die Empathie anderer Männer, die bereit sind zuzuhören, Mitgefühl zu zeigen und Verständnis aufbringen.

Sind wir Männer zu einer solchen Verhaltensänderung in der Lage? Ich bin zuversichtlich. Das Männerbild wandelt sich gerade, so mein Eindruck. Wir sollten selbst aktiv werden, um diese Veränderung zu fördern. Wenn du also das nächste Mal von einem anderen Mann gefragt wirst, wie es dir geht, überlege mal, ob es passend ist, eine ehrliche Antwort zu geben.

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